Prag
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© František Ortman a festival Letní Letná

Prag Verwunschene Orte

Wer erfahren möchte, wie sich die Prager vergnügen, dem empfehlen wir die historische Altstadt zu verlassen und die Viertel auf den Anhöhen zu erkunden. Denn nur hier erlebt man die unerträgliche Leichtigkeit des Seins und kann sich von den echten bohemischen Traditionen überzeugen, die die Bewohner der Hauptstadt schon seit Jahrhunderten pflegen.

Eines der beliebtesten Viertel heißt Žižkov. Es erstreckt sich am Fuße des Vítkov-Hügels, dessen Wahrzeichen die riesige Reiterstatue (eine der größten weltweit) ist. Diese nicht zu übersehende Statue stellt Jan Žižka von Trocnov dar, den nie besiegten Hussiten-Anführer. Nach ihm ist das Viertel auch benannt. Ein weiteres fast überall in der Stadt sichtbares Wahrzeichen von Žižkov ist der Fernsehturm. Einige Journalisten behaupten, es sei das wohl hässlichste Bauwerk der Welt... Wir meinen, dass jene, die so etwas behaupten, den Fernsehturm noch nie von Nahem gesehen haben.

Žižkov underground

Žižkov, dieses bohemische Viertel mit seinen vielen Cafés, Bars, einem tollen Nachtleben und vielen Künstlern wird manchmal als das Prager Montmartre bezeichnet. Und in der Tat hat Žižkov einige Gemeinsamkeiten mit diesem berühmten Pariser Viertel. Beide Viertel befinden sich am Fuße eines Hügels, der Kriegshelden geweiht wurde. Auf beiden Hügeln befanden sich einst Weinberge und es handelt sich um Viertel, die bei Künstlern stets äußerst beliebt waren

Wer gerne alternative Bars und Clubs mag wird Žižkov lieben! Denn an jeder Ecke findet man eine Bar, Kneipe oder einen Club und viele interessante Leute. Wer den Stadtteil zum ersten Mal erkundet, sollte im Herzen des Nachtlebens starten: im Palác Akropolis, in unmittelbarer Nähe des Fernsehturms. Hier befinden sich ein Café, eine Bar, zwei Säle und jeden Tag findet hier ein Live-Konzert statt oder es legt einer der Prager DJs auf. Die originelle Gestaltung der Räume ist genauso bizarr wie die Geschichte des Palác Akropolis. Denn einst war hier das Theater Komedie einer Gesellschaft für Feuerbestattungen ansässig. Heute sind im Palác Akropolis nicht nur ein Club und ein Café untergebracht, sondern auch die Leitung des Fresh Film Fests – eines Festivals von Filmstudenten und jungen Regisseuren. Während des Festivals werden an verschiedenen Orten in der Stadt Filme gezeigt. Besonders schön ist die Film-Location im nahe gelegenen Park Riegrovy sady. Hier kann man auf einer riesigen Leinwand Filme anschauen und im Hintergrund das Panorama Prags mit der Silhouette der Prager Burg bewundern.

Ein Platz an der Sonne

Die meisten Prager sind sich darüber einig, dass man vom Biergarten im Letná-Park die schönste Aussicht auf Prag und die Moldau mit ihren vielen Brücken hat. Von hier beobachtete einst der betrübte Kaiser Sigismund die Niederlage seiner Armee auf dem nahe gelegenen Hügel Vítkov. Und von hier blickte einst eine der größten Statuen der Welt auf die Stadt: das Stalin-Denkmal. Heute erkennt man diese Stelle am riesigen Metronom und an den vielen Skateboardern.

Der Letná-Park war schon immer der perfekte Ort für Versammlungen. Einst sollten hier mehrere Regierungsgebäude entstehen, aber der Plan wurde nicht umgesetzt. Vor vielen Jahrhunderten schlugen hier Armeen ihre Lager auf, während des kommunistischen Regimes fanden hier Feierlichkeiten zum „Tag der Arbeit“ statt und im Jahr 1989 war der Letná-Park Schauplatz zahlreicher Demonstrationen, an denen fast eine Million Demonstranten teilnahmen, die gegen die Parteiführung protestierten. In den 1990er Jahren segnete Papst Johannes Paul II. hier die Stadt und ihre Bevölkerung. Und sowohl die Rolling Stones als auch Michael Jackson traten im Letná-Park auf.

Der Name Letná bedeutet soviel wie „Sonnenhügel“ oder „Platz an der Sonne“, weshalb es empfehlenswert ist, an einem sonnigen Tag hierher zu kommen. Wer schon früh hierher aufbricht, kann unterwegs noch mehrere Museen besichtigen, die sich in architektonisch bemerkenswerten Gebäuden befinden: Am besten startet man im Veletržní palác, in dem Sammlungen der Nationalgalerie untergebracht sind und setzt die Besichtigung im Nationalen Technik-Museum (Národní technické muzeum) fort. Und wer danach noch Zeit hat, kann durch die kleinen Gässchen schlendern und findet hier zahlreiche kleine Bistros und Privatgalerien vor. Mit Sicherheit wird man so schnell nicht genug bekommen. Denn genau so, wie der Stadtteil Žižkov an den Pariser Montmartre erinnert, so erinnert das Viertel Letná an Montparnasse. Hier leben nämlich viele Studenten der unweit gelegenen Akademie der Bildenden Künste (Akademie výtvarných umění), sowie Bohemiens und junge Leute.

Am Ende des Ausflugs empfiehlt sich ein Besuch des Biergartens am Schlösschen Letná. Mit einem Bier in der Hand kann man hier unter den Kastanienbäumen sitzen und dem bunten Treiben zusehen oder einfach nur die herrliche Aussicht auf Prag genießen. Abends zieht einen nämlich die hunderttürmige Stadt noch mehr in ihren Bann.

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